Hier findet sich eine Auswahl an Büchern, Artikeln, Videos und Studien zu klinischer Psychoneuroimmunologie.


Kann das Nachahmen eines alten Lebensstils in nur zehn Tagen messbare Veränderungen in unserem Körper hervorrufen? Eine aktuelle Studie untersuchte die Auswirkungen eines urzeitlichen Lebensstilmusters auf metabolische und entzündliche Parameter.
In unserer modernen Welt, die durch Bewegungsmangel und unausgewogene Ernährung gekennzeichnet ist, nimmt das Interesse an den Lebensmustern unserer Vorfahren zu. Eine Studie von Leo Pruimboom und Kollegen untersuchte, wie sich ein zehn Tage dauerndes Experiment, das einen urzeitlichen Lebensstil nachahmt, auf verschiedene Gesundheitsparameter auswirkt. Die Teilnehmer lebten unter vergleichsweise ursprünglichen Bedingungen, was eine Steigerung der körperlichen Aktivität und eine Abnahme von verarbeitetem Essen mit einschloss.
Die Resultate waren beeindruckend: Ein bemerkenswerter Gewichtsverlust von durchschnittlich 3.4 kg konnte festgestellt werden. Auch der BMI sank um 1.2 Einheiten. Weiterhin zeigten sich deutliche metabolische Verbesserungen, z.B. sanken die Triglyceridwerte um 0.14 mmol/L und das LDL-Cholesterin verringerte sich um 0.6 mmol/L.
Interessant ist die Veränderung im Glukosestoffwechsel. Der Nüchtern-Glukosewert der Teilnehmer sank um 0.6 mmol/L, was auf eine verbesserte Insulinsensitivität hinweist. Dies wurde begleitet von einer Reduktion des HOMA-IR, eines Indikators für Insulinresistenz, um 1.2. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass auch kurze, intensive Interventionen das Potenzial haben, unsere metabolische Gesundheit zu verbessern.
Einige entzündliche Marker wie das C-reaktive Protein (CRP) zeigten ebenfalls eine Variation, allerdings in Form eines Anstiegs. Solche Veränderungen könnten auf eine kurzfristige körperliche Anpassung an die intensivere körperliche Aktivität zurückzuführen sein. Zugleich stieg die Aktivität der Leberenzyme ASAT und ALAT, was auf eine Aktivierung von Stoffwechselprozessen hinweisen könnte.
Diese Studie legt nahe, dass ein Lebensstil, der den täglichen Routinen unserer Vorfahren näherkommt, positiv auf die Gesundheitsparameter wirken kann. Die Schlussfolgerungen des Teams zeigen auf, dass weitere Studien sinnvoll wären, um die Langzeiteffekte eines urzeitlichen Lebensstils auf unsere Gesundheit zu verifizieren und zu verfeinern. Die kurze Dauer der Intervention erlaubt jedoch keine definitive Aussagen über dauerhafte Vorteile.
1. Was war das Hauptziel der Studie?
Das Hauptziel war es, die Auswirkungen eines 10-tägigen Lebensstils, der den Lebensumständen unserer Vorfahren ähnelt, auf metabolische und entzündliche Parameter zu untersuchen.
2. Welche Veränderungen traten beim Glukosestoffwechsel auf?
Der Nüchtern-Glukosewert sank um 0.6 mmol/L, und der HOMA-IR-Wert, ein Indikator für Insulinresistenz, verringerte sich um 1.2 Einheiten.
3. Wie hat sich der urzeitliche Lebensstil auf die Leberenzyme ausgewirkt?
Die Aktivität der Leberenzyme ASAT und ALAT stieg an, was auf eine Aktivierung von Stoffwechselprozessen hindeuten könnte. Auf die Frage, warum dies so sei, erklärte Leo Pruimboom, dass diese erhöhten Werte muskulär bedingt sind.

Warum frühe Bindung, Stressbiologie und das Immunsystem entscheidend für gesundes Altern sein könnten. Gesundes Altern wird häufig mit Ernährung,Bewegung oder Prävention im späteren Erwachsenenalter verbunden. Doch aus Sicht der klinischen Psychoneuroimmunologie beginnt Healthy Aging deutlich früher —möglicherweise bereits während der Schwangerschaft. Genau diesen Perspektivenwechsel stellte Prof. Dr. Dr. Christian Schubert am Healthy Aging Kongress 2023 an der ETH Zürich ins Zentrum seines Vortrags. Im Mittelpunkt standen dabei nicht einzelne Biomarker oder isolierte Krankheitsmechanismen, sondern die Frage, wie biologische, psychische und soziale Prozesse über Jahrzehnte mit einander interagieren. Schubert argumentiert, dass Altern nicht allein als biologischerVerschleiss verstanden werden könne. Vielmehr entstehe Gesundheit innerhalb eines hochdynamischen biopsychosozialen Systems, das sich bereits in den frühesten Lebensphasen formt. Dabei verbindet die klinische Psychoneuroimmunologie Immunologie, Stressphysiologie, Entwicklungspsychologie und Systemtheorie zu einer Perspektive, die Krankheit nicht primär als i solierten Defekt betrachtet, sondern als Ausdruck langfristiger Regulationsprozesse zwischen Gehirn, Immunsystem, Stoffwechsel und sozialer Umwelt.
Die Grenzen eines rein biologischen Medizinverständnisses
Zu Beginn seines Vortrags formulierteSchubert eine grundlegende Kritik am reduktionistischen Medizinmodell moderner westlicher Gesellschaften. Die klassische Biomedizin basiere weitgehend auf einem Maschinenparadigma: Körper, Psyche und soziale Realität würden von einander getrennt analysiert. Der Fokus richte sich primär auf molekulareEinzelbestandteile, während komplexe Wechselwirkungen oft ausgeblendet blieben. Gerade in der klinischen Psychoneuroimmunologie werde jedoch sichtbar, dass biologische Prozesse nie als isoliert ablaufen. Immunreaktionen, Stressverarbeitung, hormonelle Regulationund soziale Erfahrungen beeinflussen sich gegenseitig kontinuierlich.
Gesundheit ist ein zeitlicher Prozess
Ein zentrales Motiv des Vortrags war dieZeitdimension biologischer Entwicklung. Gesundheit entsteht nicht statisch, sondern entwickelt sich über Jahre und Jahrzehnte hinweg. Genau darin siehtSchubert eine der grossen Schwächen klassischer Medizinmodelle: Viele Prozesse werden erst dann betrachtet, wenn bereits strukturelle Schäden sichtbar sind.
Die Grundlagen gesunden Alterns könnten jedoch bereits sehr früh gelegt werden — pränatal, in den ersten Lebensjahren und innerhalb früher Beziehungserfahrungen.
Warum frühe Kindheitserfahrungen biologisch relevant sind
Besonders ausführlich ging Schubert auf die sogenannte ACE-Studie ein. ACE steht für „Adverse Childhood Experiences“ —belastende Kindheitserfahrungen wie emotionale Vernachlässigung, Gewalt,Missbrauch, chronischer familiärer Stress oder unsichere Bindung.
Die grosse amerikanische Untersuchung zeigte deutliche Zusammenhänge zwischen solchen frühen Belastungen und späterenErkrankungen im Erwachsenenalter. Dazu gehörten unter anderemHerz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen, chronische Entzündungen, Autoimmunerkrankungen und eine erhöhte Mortalität.
Schwangerschaft als biologisch sensibles Zeitfenster
Einen weiteren Schwerpunkt bildete die sogenannte fetale Programmierung. Schubert erläuterte, dass psychosozialerStress der Mutter bereits während der Schwangerschaft Auswirkungen auf dieEntwicklung des Kindes haben könne.
Während der Schwangerschaft verändert sich die Immunregulation physiologischerweise stark. Chronischer Stress kann dieseRegulation beeinflussen und langfristige Auswirkungen auf Stress- undImmunsystem der Nachkommen mitprägen.
Immunalterung und Inflammaging
Mit zunehmendem Alter verändern sich zentrale Bestandteile des Immunsystems, darunter natürliche Killerzellen, T-Lymphozyten und B-Lymphozyten. Gleichzeitig nimmt häufig die chronische niedriggradige Entzündungsaktivität zu — ein Prozess, der als „Inflammaging“bezeichnet wird. Diese dauerhafte entzündliche Aktivierung wird mit zahlreichen altersassoziierten Erkrankungen in Verbindung gebracht.
Warum lebendige Systeme flexibel bleibenmüssen
Hormesis beschreibt das Prinzip, dass kontrollierte Reize biologische Systeme widerstandsfähiger machen können.Kurzfristige Belastungen wie Bewegung, Kälte, Fasten oder intensive emotionaleErfahrungen stimulieren Anpassungsprozesse und fördern langfristig dieRegulationsfähigkeit des Organismus. Gesunde Systeme zeichnen sich durch hohe Variailität und Flexibilität aus. Erstarrte Systeme dagegen verlieren ihreAnpassungsfähigkeit und werden anfälliger für Krankheit.
Der Vagusnerv als Regulator zwischen Gehirn und Immunsystem
Der Vagusnerv spielt eine zentrale Rolle bei der Regulation von Entzündungen, Stressantworten und Erholung. Positive soziale Beziehungen, Meditation, Atmung und emotionale Sicherheit könnten biologische Regenerationsprozesse unterstützen.
Krankheit als biologisches Schutzprogramm
Sickness Behavior beschreibt typischeVerhaltensweisen während einer Infektion oder Entzündung, etwa Müdigkeit,Rückzug oder erhöhtes Schlafbedürfnis. Aus biologischer Sicht handelt es sichdabei um ein sinnvolles Schutzprogramm des Organismus.
Fazit
Der Vortrag von Prof. Dr. Dr. ChristianSchubert zeigte eindrücklich, wie stark gesundes Altern mit frühen biologischen und psychosozialen Erfahrungen verknüpft sein könnte. Healthy Aging erscheintaus Sicht der klinischen Psychoneuroimmunologie nicht als isolierteAltersstrategie, sondern als lebenslanger Regulationsprozess zwischen Gehirn,Immunsystem, Stoffwechsel und sozialer Umwelt.
1.Was bedeutet „Healthy Aging“ aus Sicht der klinischen Psychoneuroimmunologie?
Healthy Aging beschreibt gesundes Altern als lebenslange Wechselwirkung zwischen Gehirn, Immunsystem, Stoffwechsel,Psyche und sozialer Umwelt.
2.Warum spielen Schwangerschaft und frühe Kindheit für spätere Gesundheit eine sogrosse Rolle?
Frühe Erfahrungen können Stress- undImmunsystem langfristig prägen und spätere Krankheitsrisiken beeinflussen.
3.Was versteht man unter „Inflammaging“?
Inflammaging bezeichnet chronischeniedriggradige Entzündungsprozesse, die mit dem Alter zunehmen.
4.Welche Rolle spielt der Vagusnerv für gesundes Altern?
Der Vagusnerv reguliert Stress,Entzündungen und Regeneration und verbindet Gehirn und Immunsystem.
5.Was bedeutet Hormesis im Zusammenhang mit Gesundheit?
Kontrollierte Belastungen wie Bewegung oderFasten fördern Anpassungsfähigkeit und Resilienz biologischer Systeme.
6.Was ist mit „Sickness Behavior“ gemeint?
Typische Krankheitsreaktionen wie Müdigkeit oder Rückzug gelten als biologisch sinnvolle Schutzprogramme.
7.Welche Bedeutung haben chronischer Stress und Trauma für das Immunsystem?
Chronischer Stress kann langfristigentzündliche Prozesse und die Regulation der HPA-Achse beeinflussen.
8.Welche zentrale Botschaft vermittelt der Vortrag?
Gesundes Altern beginnt möglicherweise bereits lange vor dem Erwachsenenalter — in frühen biologischen und sozialenEntwicklungsphasen.
Die in diesem Artikel dargestellten Inhalte dienen ausschliesslich der allgemeinen wissenschaftlichen Information und ersetzen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung.
Bei gesundheitlichen Beschwerden oder medizinischen Fragestellungen sollte immer eine qualifizierte medizinische Fachperson konsultiert werden.
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI-Technologie erstellt.

Zellmembran statt Einzelwirkstoff

Welche gesundheitlichen Folgen hat hoherZuckerkonsum. Eine grosse Umbrella Review im Fachjournal BMJ hat die vorhandeneEvidenz zu diesem Thema systematisch ausgewertet. Die Analyse umfasst MetaAnalysen aus Tausenden wissenschaftlichen Studien und zeigt zahlreicheZusammenhänge zwischen hoher Zuckeraufnahme und verschiedenen chronischenErkrankungen.
Einordnung des Themas
Der Konsum von Zucker gehört seit langem zu den kontrovers diskutierten Themen der Ernährungsmedizin. Zahlreiche Studien untersuchten in den letzten Jahrzehnten mögliche Zusammenhänge zwischen Zuckerkonsum und chronischen Krankheiten. Dazu zählen unter anderem Adipositas, Diabetes, HerzKreislauf Erkrankungen oder Fettleber. Gleichzeitig unterscheiden sich vieleStudien in Design, Methodik und Definition der Zuckeraufnahme. Dadurch entstanden teilweise widersprüchliche Ergebnisse.
Vor diesem Hintergrund versuchte eine internationale Forschergruppe, den gesamten wissenschaftlichen Forschungsstand systematisch zu bewerten. DieArbeit wurde im British Medical Journal veröffentlicht und nutzt dasStudiendesign einer sogenannten Umbrella Review. Dabei werden nicht einzelneStudien analysiert, sondern bereits veröffentlichte Meta Analysenzusammengeführt und kritisch bewertet.
Beschreibung der Studie
Die Wissenschaftler durchsuchten mehrere große medizinischeDatenbanken nach systematischen Reviews und Meta Analysen zum ThemaZuckeraufnahme und Gesundheit. Insgesamt identifizierten sie 8601wissenschaftliche Publikationen. Nach Anwendung der definierten Einschlusskriterien blieben 73 Meta Analysen übrig, die in die finale Analyse einbezogen wurden.
Diese Meta Analysen untersuchten insgesamt 83 verschiedene gesundheitliche Outcomes. Der größte Teil der Ergebnisse stammt ausBeobachtungsstudien, vor allem aus Kohortenstudien. Zusätzlich wurden auch MetaAnalysen randomisierter kontrollierter Studien berücksichtigt.
Die untersuchten Formen der Zuckeraufnahme umfassten verschiedeneKategorien. Dazu gehörten freie Zucker, zugesetzte Zucker, einzelne Zuckerarten wie Fruktose oder Saccharose sowie der Konsum zuckerhaltiger Getränke.Besonders häufig wurden sogenannte Sugar Sweetened Beverages untersucht, alsoSoftdrinks, Fruchtsaftgetränke oder Energydrinks.
Die analysierten Gesundheitsendpunkte deckten ein breites Spektrum ab.Dazu gehörten metabolische Erkrankungen, Herz Kreislauf Erkrankungen, verschiedene Krebsarten, neuropsychiatrische Erkrankungen, dentale Erkrankungen sowie Gesamtsterblichkeit.
Wichtigste Ergebnisse
Die Auswertung zeigt zahlreiche statistische Zusammenhänge zwischenhoher Zuckeraufnahme und verschiedenen Erkrankungen. Besonders deutlich sinddiese Zusammenhänge im Bereich des Stoffwechsels.
Eine Meta Analyse zeigte beispielsweise, dass eine tägliche Portion zuckerhaltiger Getränke mit einem erhöhten Risiko für Typ 2 Diabetes verbunden ist. Das relative Risiko lag bei 1,27 mit einem Konfidenzintervall von 1,15 bis1,41.
Auch für Herz Kreislauf Erkrankungen fanden sich relevanteZusammenhänge. Eine zusätzliche Aufnahme von 250 Millilitern zuckerhaltigerGetränke pro Tag war mit einem um etwa 17 Prozent erhöhten Risiko für koronare Herzkrankheit verbunden. Das relative Risiko lag bei 1,17 mit einemKonfidenzintervall von 1,11 bis 1,23.
Für Schlaganfälle zeigte sich ebenfalls eine positive Assoziation. Pro zusätzlicher Aufnahme von 250 Millilitern zuckerhaltiger Getränke pro Tag stieg das Risiko um etwa sieben Prozent.
Neben diesen Erkrankungen fanden sich auch Zusammenhänge mitAdipositas, erhöhten Harnsäurewerten, Gicht und nicht alkoholischer Fettleber.Darüber hinaus wurden Assoziationen mit Depression, Karies sowieGesamtsterblichkeit beobachtet.
Auch einige Krebsarten wurden untersucht. Eine höhere Aufnahme von Fruktose war in einer Meta Analyse mit einem erhöhtenRisiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs verbunden. Pro zusätzlicher Aufnahme von 25Gramm Fruktose pro Tag lag das relative Risiko bei Die Studie diskutiert verschiedene mögliche biologische Mechanismen, die diese Beobachtungen erklären könnten. Einzentraler Prozess ist die Fettneubildung in der Leber, auch als hepatische Lipogenese bezeichnet.
Fruktose kann in der Leber Stoffwechselwege aktivieren, die zur Bildung von Fettsäuren führen. DieseFettsäuren werden in den Leberzellen gespeichert und können zur Entwicklung einer Fettleber beitragen.
Während dieser Prozesse entstehen ausserdem Zwischenprodukte des Fettstoffwechsels, die wichtige Signalwege desInsulins beeinflussen können. Dadurch kann die Insulinwirkung in den Zellenreduziert werden. Ein weiterer diskutierter Mechanismus betrifft das Darmmikrobiom. In experimentellen Studien wurde gezeigt, dass Darmbakterien Fruktose teilweise zu Acetat umwandeln können. Dieses Molekül kann wiederum als Substrat für die Fettproduktion in derLeber dienen.
kPNI Einordnung
Aus Sicht der klinischen Psychoneuroimmunologie lassen sich die Ergebnisse vor allem im Kontext metabolischer Regulationssysteme einordnen. Eine dauerhaft hohe Zuckeraufnahme kann zu wiederholten Blutzucker und Insulinanstiegen führen. Diese metabolische Belastung kann langfristig die Insulinwirkung in den Zellen beeinträchtigen. Eine erhöhte Fruktoseaufnahme kann zudem die Fettbildung in der Leber fördern.Dadurch steigt das Risiko für Fettansammlungen in Leber und Muskelgewebe.Solche Veränderungen gelten als wichtige Faktoren in der Entwicklungmetabolischer Erkrankungen. Auch das Darmmikrobiom spielt eine Rolle im Zusammenspiel zwischen Ernährung undStoffwechsel. Mikrobielle Stoffwechselprodukte können bestimmte Stoffwechselwege in der Leber beeinflussen. Diese Zusammenhänge wurden in dervorliegenden Studie teilweise diskutiert, basieren jedoch teilweise auf experimentellen Daten. Die beschriebenenMechanismen zeigen, wie eng Ernährung, Stoffwechsel und hormonelle Regulation miteinander verbunden sind. Aus Sicht der kPNI lassen sich diese Prozesse alsTeil eines komplexen Netzwerks aus metabolischen und neuroendokrinen Regulationen verstehen.
Limitationen der Studie
Die Autoren weisen auf mehrere wichtige Einschränkungen hin. Ein großer Teil der analysierten Evidenz stammt aus Beobachtungsstudien.Solche Studien können statistische Zusammenhänge zeigen, erlauben jedoch keine eindeutigen Aussagen über Ursache und Wirkung. Darüberhinaus unterscheiden sich viele Studien in der Definition von Zuckeraufnahme, in den Ernährungsfragebögen sowie in der Zusammensetzung der untersuchten Populationen. Diese Unterschiede können zu Heterogenität in den Ergebnissen führen. Auch mögliche Störfaktoren, sogenannte Confounder, können nicht in allen Studien vollständig ausgeschlossen werden. Dazu gehören beispielsweise Unterschiede im Lebensstil, körperliche Aktivität oder andere Ernährungsgewohnheiten.
Evidenzbewertung
Die Gesamtqualität der Evidenz wurde in der Analyse überwiegend als niedrig oder sehr niedrig bewertet. Dies liegt vor allem daran, dass viele Ergebnisse aus Beobachtungsstudien stammen. Einige Ergebnisse aus randomisierten Studien erreichteneine moderate Evidenzqualität, beispielsweise im Zusammenhang mit Körpergewichtoder Fettakkumulation in der Leber. Insgesamt betonen die Autoren jedoch denBedarf an weiteren hochwertigen randomisierten Studien.
Take Home Message aus Sicht der kPNI
Der menschliche Stoffwechsel reagiert sensibel auf eine hohe Zuckerzufuhr. Besonders zuckerhaltige Getränke führen zu raschen Anstiegen von Blutzucker und Insulin.
Eine dauerhaft hohe Zuckeraufnahme kann die Insulinwirkung in den Zellen beeinträchtigen und so zur Entwicklung einer Insulinresistenz beitragen. Dieser Prozess gilt als wichtiger Faktor beider Entstehung metabolischer Erkrankungen wie Typ 2 Diabetes oder Fettleber.
Eine fruktosereiche Ernährung kannzusätzlich die Fettbildung in der Leber fördern. Dadurch steigt das Risiko fürFettansammlungen im Lebergewebe. Auch das Darmmikrobiom beeinflusst den Zuckerstoffwechsel. Darmbakterien können Zucker zu Metaboliten umwandeln, die wiederum Stoffwechselprozesse in der Leberbeeinflussen.
FAQ
Was untersucht die Umbrella Review zum Zuckerkonsum?
Sie bewertet systematisch Meta-Analysen zu Zuckeraufnahme und gesundheitlichen Outcomes wie Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Welche Gesundheitsrisiken sind mit hohem Zuckerkonsum verbunden?
Die Review zeigt Zusammenhänge mit erhöhtem Risiko für kardiometabolische Erkrankungen, einschliesslich Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Welche Lebensmittel enthalten besonders viele freie Zucker?
Vor allem zuckerhaltige Getränke, Fruchtsäfte, Süssigkeiten sowie stark verarbeitete Lebensmittel mit zugesetztem Zucker.
Gibt es auch Zusammenhänge mit der Sterblichkeit?
Die Analyse berichtet Assoziationen zwischen hohem Zuckerkonsum und erhöhter Gesamtmortalität.
Wie bewertet die Studie die Evidenzlage zu Zucker und Gesundheit?
Die Review zeigt, dass viele Zusammenhänge bestehen, die Qualität der Evidenz jedoch je nach Outcome variiert.


Abbildung: Systemische Energieumverteilung während der Immunaktivierung. Die Grafik veranschaulicht die dynamische Umverteilung von Energie im menschlichen Organismus während einer Aktivierung des Immunsystems. Im Ausgangszustand ist die Energieversorgung zwischen Gehirn, Muskulatur und Immunsystem ausgeglichen. Bei akuter Immunaktivierung wird Energie gezielt in Richtung des Immunsystems umgelenkt. Dies erfolgt über mehrere miteinander verknüpfte Mechanismen: Aktivierte Immunzellen erhöhen ihre glykolytische Energiegewinnung (Warburg-Effekt), während periphere Gewebe durch funktionelle Insulinresistenz weniger Glukose aufnehmen. Parallel dazu führt die Aktivierung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse zu einer erhöhten Bereitstellung von Glukose. Zusätzlich wird der Gesamtenergieverbrauch durch eine Reduktion der Schilddrüsenhormonaktivität moduliert. Veränderungen in Neurotransmittersystemen sind mit Verhaltensanpassungen wie Müdigkeit und reduzierter Aktivität verbunden, die den Energieverbrauch weiter senken. Bei chronischer Aktivierung bleibt die Priorisierung des Immunsystems bestehen, während der Gesamtstoffwechsel reduziert ist. Dieses Muster wird in der Arbeit als langfristige Anpassung an begrenzte Energieverfügbarkeit beschrieben. Die Abbildung stellt ein konzeptionelles Modell dar, das die in der Übersichtsarbeit beschriebenen Mechanismen integriert.
Metabolische Umprogrammierung von Immunzellen
Aktivierte Immunzellen verändern ihre Energiegewinnung grundlegend. Sie nutzen verstärkt Glykolyse anstelle der oxidativen Phosphorylierung. Dieser als Warburg-Effekt beschriebene Prozess ermöglicht eine schnelle Bereitstellung von Energie und biosynthetischen Bausteinen.

Mitochondrien sind weit mehr als die klassischen „Kraftwerke der Zelle“. Die aktuelle Übersichtsarbeit „Mitochondria: It is all about energy“ macht deutlich, dass sie eine zentrale Rolle in nahezu allen biologischen Prozessen spielen, und damit auch im Ursprung vieler chronischer Erkrankungen.
Im Kern geht es dabei um eine einfache, aber fundamentale Wahrheit: Gesundheit ist eine Frage der Energieverfügbarkeit.
Mitochondrien produzieren den universellen Energieträger ATP über die oxidative Phosphorylierung (OXPHOS). Dieser Prozess ist hocheffizient und liefert ein Vielfaches der Energie im Vergleich zur Glykolyse. Ohne diese Form der Energiegewinnung wäre der menschliche Organismus auf eine deutlich ineffizientere Stoffwechselstrategie angewiesen. Entsprechend ist eine stabile mitochondriale Funktion essenziell, um die biologische Organisation und Leistungsfähigkeit des Körpers aufrechtzuerhalten.
Doch Mitochondrien sind nicht nur Energieproduzenten. Sie fungieren als zentrale Steuer- und Kommunikationszentren im Körper. Sie regulieren den Calcium- und Eisenhaushalt, sind an der Produktion von Hormonen und Neurotransmittern beteiligt und stehen in enger Wechselwirkung mit dem Immunsystem, dem Darmmikrobiom sowie dem circadianen Rhythmus. Damit bilden sie eine Art integrativen Knotenpunkt, über den unterschiedliche Körpersysteme miteinander verbunden sind.
Diese zentrale Rolle erklärt, warum mitochondriale Dysfunktion mit einer Vielzahl chronischer Erkrankungen in Verbindung steht. Dazu zählen unter anderem metabolische Erkrankungen, neurodegenerative Prozesse wie Alzheimer und Parkinson, kardiovaskuläre Erkrankungen sowie chronische Entzündungszustände. Gemeinsam ist diesen Krankheitsbildern häufig eine gestörte Energieproduktion auf zellulärer Ebene.
Ein entscheidender Mechanismus dabei ist der sogenannte metabolische Switch von der oxidativen Phosphorylierung hin zur aeroben Glykolyse, auch bekannt als Warburg-Effekt. Während die Glykolyse kurzfristig Vorteile für Zellwachstum und Reparatur bieten kann, führt eine dauerhafte Dominanz dieses Stoffwechselweges zu einer ineffizienten Energieproduktion, erhöhtem Entzündungsniveau und tiefgreifenden metabolischen Störungen.
Die Ursachen für diesen Shift sind eng mit der modernen Lebensweise verknüpft. Bewegungsmangel, chronischer Stress, Schlafstörungen, übermässige Kalorienzufuhr sowie Umweltfaktoren und bestimmte Medikamente tragen dazu bei, die mitochondriale Funktion zu beeinträchtigen. Diese Faktoren fördern eine chronische niedriggradige Entzündung, die wiederum die Mitochondrien weiter schädigt – ein sich selbst verstärkender Kreislauf.
Aus evolutionsbiologischer Sicht ist der Mensch jedoch nicht für einen konstanten Energieüberschuss ohne Reize gemacht. Vielmehr haben sich Mitochondrien unter Bedingungen entwickelt, die durch wechselnde Belastung und Anpassung geprägt waren. Genau hier setzt das Konzept der Hormesis an. Kurzzeitige, kontrollierte Stressreize wie körperliche Aktivität, intermittierendes Fasten, Kälte oder Hitze können die mitochondriale Funktion gezielt verbessern. Sie fördern Anpassungsprozesse, erhöhen die Effizienz der Energieproduktion und stärken die Resilienz des Organismus.
Im Kontext der klinischen Psycho-Neuro-Immunologie (kPNI) bestätigt diese Arbeit eine zentrale Grundannahme: Viele chronische Erkrankungen sind nicht primär strukturelle Probleme, sondern Ausdruck einer gestörten Energieverteilung und -regulation. Wenn Energie fehlt oder falsch priorisiert wird, geraten komplexe Systeme wie Immunsystem, Gehirn und Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht.
Damit wird deutlich, dass Mitochondrien weit mehr sind als Zellbestandteile, sie sind die Grundlage für Anpassungsfähigkeit, Gesundheit und Leistungsfähigkeit.
Oder, wie es die Studie treffend zusammenfasst:
It’s all about energy.
FAQ
1. Warum sind Mitochondrien so wichtig für die Gesundheit?
Sie produzieren ATP – die Energiebasis für alle Zellfunktionen und damit für Gesundheit und Leistungsfähigkeit.
2. Was bedeutet „It’s all about energy“ im Zusammenhang mit Gesundheit?
Der Leitsatz beschreibt, dass Gesundheit primär von der Energieverfügbarkeit auf Zellebene abhängt. Ist die Energieproduktion gestört, können wichtige biologische Prozesse nicht optimal ablaufen.
3. Was ist eine mitochondriale Dysfunktion?
Eine gestörte Energieproduktion (ATP), die mit vielen chronischen Erkrankungen verbunden ist.
4. Was ist der Warburg-Effekt und warum ist er problematisch?
Ein Wechsel zur ineffizienten Glykolyse – führt zu Energiemangel und Entzündungen.
5. Wie kann man die Mitochondrien stärken?
Gezielte Reize wie Bewegung, intermittierendes Fasten, Kälte- oder Hitzereize (Hormesis) verbessern die mitochondriale Funktion, steigern die Energieeffizienz und fördern die Resilienz des Körpers.

Der Biochemiker, Physiologe und Physiotherapeut Leo Pruimboom gilt als Begründer der klinischen Psychoneuroimmunologie (kPNI) und des Konzepts „Intermittent Living“. Letzteres zielt darauf ab, kleine natürliche physische und umweltbedingte Stressreize – sogenannte hormetische Reize – wieder bewusst in den Alltag zu integrieren, etwa durch kontrollierte Kälteexposition, Fasten oder den bewussten Verzicht auf ständige Verfügbarkeit, um die Gesundheit und Anpassungsfähigkeit des Körpers gezielt zu stärken.
Im Interview mit dem Magazin Yo Dona der spanischen Zeitung El Mundo beschreibt Pruimboom die moderne Gesellschaft als zunehmend „krank durch Komfort“. Der Mensch habe sich von natürlichen Lebensbedingungen entfernt und lebe heute in einer Umgebung, die von konstanter Temperatur, permanentem Nahrungsangebot und minimaler körperlicher Aktivität geprägt sei.
Seiner Einschätzung nach steht dieser Lebensstil im Widerspruch zur evolutionären Entwicklung des Menschen. Unsere Gene seien unter Bedingungen entstanden, die durch kurzfristige, intensive Herausforderungen geprägt waren – etwa Hunger, Kälte, Bewegung oder Infektionen. Diese Reize hätten die zentralen Regulationssysteme des Körpers – immunologisch, hormonell, neurologisch und metabolisch – geformt.
Heute hingegen fehle genau diese Art von Belastung. Die Konsequenz beschreibt Pruimboom im Interview klar: „Was nicht genutzt wird, geht verloren.“ Der Organismus verliere an Flexibilität, sowohl auf metabolischer als auch auf immunologischer Ebene. Daraus könne ein Zustand chronischer Grundentzündung entstehen, der Alterungsprozesse beschleunige und die Anpassungsfähigkeit des Körpers reduziere.
Kritisch äußert sich Pruimboom auch zur modernen Medizin. Diese habe große Fortschritte in der Akutversorgung erzielt, sei jedoch bei chronischen Erkrankungen häufig zu stark fragmentiert. Symptome würden isoliert behandelt, während die zugrunde liegenden Mechanismen oft unzureichend berücksichtigt würden. Er plädiert deshalb für eine integrative Betrachtung des Menschen, bei der verschiedene Körpersysteme nicht getrennt, sondern im Zusammenhang verstanden werden.
Im Gespräch betont er zudem, dass viele Diagnosen komplexe Zusammenhänge stark vereinfachen. Patienten kämen nicht in erster Linie, um eine Diagnose zu erhalten, sondern um die Ursachen ihrer Beschwerden zu verstehen. Entsprechend beschreibt er seine Arbeit als tiefgehenden Prozess, bei dem die individuelle Geschichte des Patienten im Zentrum steht.
Als Beispiel verweist Pruimboom auf mögliche Zusammenhänge zwischen Darmgesundheit und neurologischen Erkrankungen. Entscheidend sei, nicht nur das sichtbare Krankheitsbild zu betrachten, sondern die zugrunde liegenden Prozesse zu analysieren.
Neben biologischen Faktoren hebt er auch soziale Aspekte hervor. Besonders betont er die Bedeutung von sozialer Verbindung: Einsamkeit sei ein zentraler Risikofaktor für die Gesundheit und wirke sich stärker aus als viele klassische Einflussgrößen.
Auch Lebensstilfaktoren wie Bewegung, Naturkontakt, Kreativität oder Sexualität würden in der medizinischen Praxis häufig unterschätzt, hätten aber laut Pruimboom einen relevanten Einfluss auf das körperliche und mentale Wohlbefinden.
Sein Fazit im Interview mit El Mundo: Gesundheit und Langlebigkeit entstehen nicht durch maximale Bequemlichkeit. Entscheidend sei vielmehr eine bewusste Rückkehr zu natürlichen Reizen und eine gewisse Form von „gewollter Unbequemlichkeit“. Nicht die reine Lebensdauer stehe im Vordergrund, sondern die Qualität der Lebensjahre.
FAQ's

Wir verbinden Insulin meist mit Zucker, Diabetes und Ernährung. Doch neue wissenschaftliche Überlegungen deuten darauf hin: Das bekannte Hormon könnte weit mehr sein als nur ein Regulator des Blutzuckers.
Eine aktuelle Übersichtsarbeit greift diese klassische Sicht auf – und diskutiert darüber hinaus, ob Insulin auch daran beteiligt sein könnte, wie Stress, soziale Belastung und psychische Faktoren „unter die Haut gehen“ und unseren Körper biologisch verändern.
Klar ist: Wenn wir unter Stress stehen, reagiert der Körper sofort. Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin steigen, der Blutzuckerspiegel erhöht sich – und Insulin wird ausgeschüttet, um diesen Anstieg zu regulieren. Kurzfristig ist das sinnvoll: Der Körper stellt schnell Energie bereit, um auf Belastung zu reagieren.
Doch was passiert, wenn Stress zum Dauerzustand wird?
Genau hier beginnt das Problem. Chronische Belastung führt dazu, dass dieser Mechanismus immer wieder aktiviert wird. Der Körper benötigt dauerhaft mehr Insulin, gleichzeitig reagieren die Zellen zunehmend schlechter darauf. Es entsteht eine sogenannte Insulinresistenz – ein zentraler Mechanismus bei Typ-2-Diabetes und anderen chronischen Erkrankungen.
Die neue Perspektive setzt genau an diesem Punkt an und versucht zu erklären, warum dieser Zusammenhang so weitreichend sein könnte.
Im Zentrum stehen die Mitochondrien – die „Kraftwerke“ unserer Zellen. Sie produzieren nicht nur Energie, sondern reagieren auch empfindlich auf Signale wie Stress, Entzündung oder hormonelle Veränderungen. Die Hypothese der Autor:innen: Mitochondrien könnten eine Art Schnittstelle sein, an der psychische und soziale Einflüsse in körperliche Prozesse übersetzt werden.
Insulin spielt dabei möglicherweise eine zentrale Rolle. Es wirkt nicht nur auf den Zuckerstoffwechsel, sondern beeinflusst auch wichtige Signalwege in den Zellen – etwa über den Insulinrezeptor und nachgeschaltete Systeme wie AKT- und MAPK-Signalwege. Diese steuern grundlegende Prozesse wie Energieproduktion, Zellwachstum, Entzündungsregulation und die Dynamik der Mitochondrien.
Unter chronischem Stress laufen mehrere biologische Prozesse gleichzeitig ab – und greifen ineinander:
Stress aktiviert nicht nur hormonelle Systeme, sondern auch das Immunsystem. Dabei werden sogenannte proinflammatorische Zytokine wie Interleukin-6 (IL-6), Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-α) und Interleukin-1β (IL-1β) vermehrt freigesetzt. Diese Botenstoffe wirken über spezifische Rezeptoren – etwa den TNF-Rezeptor oder Interleukin-Rezeptoren – direkt auf Zellen und beeinflussen deren Signalübertragung.
Zusätzlich können sogenannte Toll-like-Rezeptoren (TLR), die ursprünglich zur Erkennung von Krankheitserregern dienen, auch durch Stresssignale oder Stoffwechselprodukte aktiviert werden. Diese Rezeptoren verstärken Entzündungsreaktionen und aktivieren zentrale Schaltstellen wie den Transkriptionsfaktor NF-κB, der die Produktion weiterer Entzündungsmediatoren steuert.
Diese Prozesse haben direkte Auswirkungen auf die Insulinwirkung:
Zytokine und entzündliche Signalwege können die Signalübertragung am Insulinrezeptor stören. Dadurch wird die Wirkung von Insulin abgeschwächt – ein zentraler Schritt in Richtung Insulinresistenz.
Gleichzeitig werden durch Stress vermehrt freie Fettsäuren freigesetzt, die ebenfalls über TLR-Signalwege Entzündungsprozesse verstärken. Es entsteht ein Zustand, der als „metabolische Entzündung“ beschrieben wird.
In der Folge verändern sich auch die Mitochondrien:
Sie arbeiten weniger effizient, produzieren mehr reaktive Sauerstoffverbindungen und geraten aus dem Gleichgewicht. Diese Veränderungen können wiederum Entzündungen verstärken und die Insulinwirkung weiter beeinträchtigen – ein sich selbst verstärkender Kreislauf.

Die Autor:innen diskutieren im Rahmen eines theoretischen Modells, ob Insulin Teil eines solchen komplexen Kommunikationsnetzwerks sein könnte, das hormonelle, immunologische und zelluläre Prozesse miteinander verbindet. Eine endgültige Bestätigung gibt es dafür nicht – die Hypothese basiert auf der Zusammenführung bestehender Studien und soll vor allem neue Forschungsansätze anstossen.
Dennoch passt die Idee zu einem wachsenden wissenschaftlichen Verständnis: Gesundheit entsteht nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel von Körper, Psyche und Umwelt.
Oder einfacher gesagt:
Unser Stoffwechsel reagiert nicht nur auf das, was wir essen – sondern auch auf das, was wir erleben.
Die Hypothese rund um Insulin liefert einen möglichen Ansatz, diese Zusammenhänge besser zu verstehen – und zeigt, warum chronischer Stress langfristig tief in unsere biologische Regulation eingreifen kann.
Disclaimer: Die enthaltenen Informationen stellen keine medizinische Beratung dar und ersetzen keinen Arztbesuch. Bei Gesundheitsbeschwerden konsultieren Sie bitte immer einen Facharzt.
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI-Technologie erstellt.